Sonntag, 28. November 2010

Schwule Fußballer - "Aber ich schlaf oben!"

So, zum Abschluss der Woche noch ein interessanter Artikel aus dem Internet, den meine liebe mothi aufgestöbert hat :*

Viel Spaß

"Aber ich schlaf' oben!" 

25. März 2010, 07:13 Uhr

Frank Plasberg wärmt die amerellisierte Debatte auf und will in der ARD über schwule Fußballer reden. Doch zum Thema scheint alles gesagt. Nur seinem Gast Johannes B. Kerner fällt etwas Originelles ein: Er fordert als nächstes ein Gruppenouting.  



Wenn man im Profifußball wissen will, wer schwul ist, muss man nur die gelben Karten zählen. Das hat Johannes B. Kerner von Corny Littmann gelernt, Vereinspräsident des FC St. Pauli. Das Spiel Bayern gegen Schalke im DFB-Pokal-Halbfinale ist gerade vorbei, da geht es auch bei "Hart aber fair" in die Fußball-Verlängerung und Kerner sitzt in Frank Plasbergs Plauderrunde. Schwule Fußballer sind das Thema: "Elf Freunde sollt ihr sein - aber bitte ohne Anfassen!".

In der Veltins-Arena wurden jedenfalls nur zwei gelbe Karten gezückt. Bastian Schweinsteiger bekam eine. Die andere ging an Arjen Robben, der ebenfalls mehr hart als zart spielte. Plasberg überspitzt: "Rein statistisch haben Sie eben bei dem Spiel Bayern gegen Schalke ein bis zwei schwule Fußballer gesehen."
Für seinen Gast Claude-Oliver Rudolph sind schwule Fußballprofis jedoch undenkbar. Rudolph soll den Macho-Part in Plasbergs Runde übernehmen. Für den Schauspieler und Kampfsportler ist klar: "Schwule haben nunmal keinen Killerinstinkt." In der Politik, ja, da ist es kein Problem. Da muss man kein "testosteronwandelndes Monster sein". Dass Guido Westerwelle keinen guten Job macht, so Rudolph, das habe nichts mit seiner Sexualität zu tun. Auch sein Talk-Nachbar Volker Beck von den Grünen, der sich als einer der ersten Abgeordneten geoutet hat, darf laut Rudolph seinen Job weitermachen. Auf dem Fußballplatz seien jedoch "echte Männer gefragt".

"Schwule Sau" als Ablenkungsmanöver


Plasberg erweitert die Runde um jemanden, der weiß, wovon hier gesprochen wird. Marcus Urban musste wegen seiner sexuellen Neigung auf eine Karriere im Profi-Fußball verzichten. Seine Erfahrungen hat er in dem Buch "Versteckspieler. Die Geschichte des schwulen Fußballers Marcus Urban" verarbeitet. Jahrelang stand er unter gewaltigem Druck, so Urban. Alleine das Wort "schwul" habe ihm schon Angst gemacht.
Trotzdem habe er Gegenspieler als "schwule Sau" beschimpft. Um von sich selbst abzulenken. Ständig hatte er das Gefühl, seine Gesten kontrollieren zu müssen und bloß nicht "schwul auszusehen". "Sie haben versucht, den Claude Oliver Rudolph zu machen?" will Plasberg wissen, doch wirklich witzig findet Urban das nicht. Es hat ihn viel Kraft gekostet, diese Rolle zu spielen. Am Ende zu viel Kraft für eine Karriere als Profi.

Der Aufstieg von Skandal-Schiedsrichter Manfred Amerell scheint ebenfalls beendet. Vor drei Wochen erst war Amerell bei Johannes B. Kerner zu Gast und offenbarte bei Sat 1 schlüpfrige SMS von seinem Kollegen Michael Kempter. Sichtbar unwohl fühlt Kerner sich jedoch dabei, das Thema Amerell mit Plasbergs Talk zu verbinden: "Die sexuelle Neigung ist in dem Fall nicht entscheidend. Es geht bei Amerell nur darum, ob er Schutzbefohlene zu etwas gezwungen hat."

Auch Beck, der sich eher eine Frau als Nachfolgerin von Jogi Löw vorstellen kann, als einen schwulen Spieler auf dem Feld, muss Frank Plasberg erklären, dass sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz nichts mit Homosexualität zu tun hat. Dabei hätte dieser doch so gerne noch etwas über dieses "schlüpfrige" Thema gesprochen. Talkgast Peter Neururer, zuletzt Trainer beim MSV Duisburg, macht ihm immerhin den Gefallen, indem er sagt, er findet es mehr als peinlich, wie der DFB im Fall Amerell gehandelt habe.

Kerner fordert ein Gruppenouting


Zurück zum eigentlichen Thema, bei dem Kerner nun doch eine originelle Idee präsentiert: Ein Einzelouting hält er nicht für zielfördernd. Ein Gruppenouting müsse her. Ein paar Männer, die sich hinstellen und bekennen, dass sie schwul sind. Das wär's doch. Laut Kerner wird das auch kommen. "Vielleicht nicht in den nächsten zwei Monaten." Aber allzu lange werde es nicht mehr dauern. "Homophobie ist heilbar", so Kerner. Man müsse die Leute nur aufklären. "Und das Schwulsein als normal anerkennen", sagt Neururer, der es schließlich auch nicht einsehe, jedem unter die Nase zu reiben, dass er hetero sei.

Für Claude Oliver Rudolph ist das alles nur "PC-Gequatsche". So viel political correctness sieht er bei den meisten Stadiongängern nicht. Und Rudolph weiß, wovon er spricht. Er hält sich schließlich für den "besten deutschen Arbeiterdarsteller". Er weiß, was das die Leute wirklich denken. "Ich komme nicht aus Wolkenkuckucksheim."

"Ich gehöre unter Artenschutz gestellt"


Der Ex-Spieler Urban hat jedoch wie Kerner den Glauben an die Fans nicht aufgegeben. Er ist überzeugt davon, dass die meisten Zuschauer es akzeptieren würden, wenn Profis sich outen würden. Auch Beck stimmt mit ein. Er kennt es aus der Politik: Beim ersten Mal tat's noch weh. Aber wenn sich erstmal ein paar Fußballer geoutet haben, wäre es nichts Besonderes mehr. Kerner sieht das Gruppenouting sowieso in greifbarer Nähe und Neururer hält die ganze Diskussion für überflüssig.

Am Ende ist es der Haudrauf-Macho Rudolph, der sich diskriminiert sieht: "Ich gehöre unter Artenschutz gestellt. Ich bin der einzige, der auf seinen schwachen Schultern das Machoismustum retten soll!" Plasberg würde sich dem Thema bestimmt auch gerne in einer Sondersendung widmen. Abschließend will er jedoch wissen: "Der DFB lädt zum Antidiskriminierungs-Wochenendseminar - Wer will mit wem aufs Doppelzimmer?" Kerner hat die beste Lösung: "Wir gehen alle in ein Zimmer. Komm doch mit!" Plasberg ist dabei: "Aber ich schlaf' oben!"
  
Von Katharina Miklis

Quelle 

1 Kommentar:

  1. Hey :D
    Hab ich auch ein wenig geschaut, aber war mir zu viel und dieser Rudolph ging mir wirklich auf den Sack
    Ein Gruppenouting wäre sicherlich das Beste^^

    *flauschel* Deine Fede

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